Geschichte Bad Schandau

Als einen „Kraft- und Prachtplatz der Natur“ betitelte schon der Schriftsteller Theodor Körner das inmitten des Elbsandsteingebirges gelegene Städtchen Bad Schandau. Er weilte hier zur Kur im Jahre 1806 und war von der herrlichen Natur begeistert.

Die heutige „Metropole“ der Sächsischen Schweiz wurde als Sandau 1430 erstmals urkundlich erwähnt. Die Bewohner verdingten sich größtenteils als Elbschiffer, woran noch heute das Stadtwappen erinnert. Es trägt in seiner Mitte ein Segelschiff und stiftete manche Verwirrung. Erwartet man solcherlei Symbole doch eher in Wappen von Hansestädten und nicht bei einer Stadt, die inmitten eines Gebirges liegt. Das reichlich vorhandene Holz wurde ab-, Getreide angebaut und beides elbwärts nach Böhmen oder Sachsen verschifft. Schandau erreichte so als Elbhandelsplatz Bedeutung.

Als heilsame Quellen entdeckt wurden, entstand das erste Badehaus und der Ort entwickelte sich rasant zu einem Anziehungspunkt für Touristen. Hier traf man sich, aus böhmischen Kurorten kommend, zur sogenannten „Nachkur“. Seit 1920 trägt Schandau die Bezeichnung „Bad“ im Namen und wurde 1936 zum Kneippkurort ernannt. Bereits zu Kneipps Lebzeiten bestand hier eine Kuranstalt, die nach seinen Maßstäben behandelte.

Während des Hochwassers von 2002 wurde Bad Schandau besonders in Mitleidenschaft gezogen. Dem unverzagten Willen der Bewohner ist es zu verdanken, dass heute von den Schäden kaum noch etwas zu sehen ist. Nur die Wasserstandsmarken an einer Vielzahl von Häusern versetzen den Besucher in ungläubiges Staunen.

Heute ist Bad Schandau als ältester Kneippkurort Sachsens bekannt. Zahlreiche Kur- und Wellness-Einrichtungen prägen das Wesen der Stadt. Bei Touristen sowie Kletterfans ist sie außerdem als Ausgangsort für viele wunderschöne Wanderungen und Klettertouren in die hintere Sächsische Schweiz beliebt und lädt mit Cafés, Restaurants und Geschäften zum Stadtbummel ein. Zu jeder Jahreszeit gibt es etwas zu entdecken. Erholung und pure Entspannung stellen sich beim Besucher fast automatisch ein.

Der elektrische Personenaufzug

… wurde 1904 auf Initiative des Hoteliers Rudolf Sendig errichtet und verbindet Bad Schandau mit dem Ortsteil Ostrau. Besucher gelangen so auf ein zauberhaftes Plateau – die sogenannte „Ostrauer Scheibe“ – von dem man den traumhaften Blick über das Elbtal und die Sächsische Schweiz genießen kann. Der Aufzug ist 50 m hoch und seit 1954 als technisches Denkmal geschützt.
Im Dezember 1997 wurde er als größte Kerze der Welt ins „Guinessbuch der Rekorde“ eingetragen.

Die St. Johanneskirche

Der imposante spätgotische Bau mit achteckigem Turm befindet sich direkt am Marktplatz von Bad Schandau. Der Renaissancealtar wurde aus heimischem Sandstein, belgischem Marmor und Ziersteinen aus Sachsen errichtet. Er stand einst in der Dresdner Kreuzkirche, bis er im Jahr 1927 nach Bad Schandau kam.

text: k.hut